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Die Hürden eines Schultages

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Die Geräuschkulisse, welche vor Schulbeginn im Brukenthal-Gymnasium herrscht, unterscheidet sich kaum von der einer anderen Schule: Nervöses Herumgerenne und kleine Tratschgespräche füllen die über 650 Jahre alten Räume. Erst nach dem Klingeln, wenn sich alle SchülerInnen hingesetzt haben, werden die Unterschiede zu unserer Schule klar.
Eine Klasse umfasst im Schnitt etwa 30 SchülerInnen, im Verhältnis dazu sind die Zimmer relativ klein. Die Lektionen sind von Fach zu Fach sehr verschieden, was aber auch von der jeweiligen Lehrperson abhängt. So verläuft die Chemiestunde beispielsweise viel disziplinierter und geordneter als etwa die Zeichenstunde. Erstere verlief frontal, es wurde viel diktiert, Arbeits- oder Theorieblätter gibt’s eher selten.
Das Notensystem geht von der schlechtesten Note „1“ bis zur besten Note „10“. Eine Eine 1 gibt es jedoch nur, wenn man beim Abschreiben erwischt wird. An Prüfungen kann man eine Dezimalnote erhalten, im Zeugnis wird auf die nächste, ganze Zahl gerundet.
Anfangs Jahr werden die Ämter verteilt. KlassensprecherIn und stellvertretende/r KlassensprecherIn werden von der Klasse gewählt; (KlassenkassiererIn ist auch in Rumänien ein unbeliebtes Ämtchen).

Die altmodische, im Barock-Stil gebaute Schule, schafft eine wunderschöne Atmosphäre im Gegensatz zu unserem grossen, gefühlslosen Klotz, den wir Gymnasium Muttenz nennen.
Immer zu Beginn einer Lektion erheben sich die SchülerInnen beim Eintreten des/r LehrersIn. Erst wenn diese/r die Klasse begrüsst hat und die Erlaubnis zum Setzen gegeben hat, geht der Unterricht los. SchülerInnen, die zu spät kommen, werden bei der Ankunft aufgefordert, sich mit einem Arztzeugnis oder einer Unterschrift der Eltern zu entschuldigen. Ansonsten wird eine unentschuldigte Absenz eingetragen. Wenn man den ganzen Tag wegbleibt, muss man innerhalb einer Woche eine Entschuldigung vorweisen. Bei 10 unentschuldigten Absenzen gibt es einen Betragensabzug.
Jedoch sind es nicht immer die SchülerInnen, die zu spät kommen. Es kann auch mal vorkommen, dass sich ein/e LehrerIn im Stundenplan irrt. So versäumte der Physiklehrer beispielsweise eines morgens einfach die ersten beiden Stunden.
Auch im Brukenthal-Gymnasium gibt es Schwerpunkte. Man kann wählen zwischen Mathe, Informatik, Naturwissenschaften (Biochemie) oder Philologie (Sprachen). Die gewählten Fächer werden (wie bei uns), mit zusätzlichen Stunden in der Woche belegt. Instrumental-Unterricht gibt es keinen.
Die Schulzeiten sind in zwei „Schichten“ aufgeteilt. Die erste geht von sieben bis vierzehn Uhr, die zweite von vierzehn bis zwanzig Uhr, wobei die Angaben je nach Stundenplan um plus/minus eine Stunde variieren. Montags bis Freitags hat man dann eine dieser Schichten am Tag.

Bei Prüfungen wird meistens ein Aufgabenblatt verteilt. Sie sind recht schwierig, es werden deshalb auch häufig die im Unterricht diktierten Definitionen oder Formeln auswendig gelernt. Den SchülernInnen wird somit viel „in den Kopf gedrückt“. Man verweist mehr auf die Tatsachen. Gesetzmässigkeiten sind so und werden so akzeptiert. Es wird nicht alles hergeleitet und bewiesen.
Die Schule ist ausserdem sehr leistungsorientiert. Für den Rumänien-Austausch durften sich nur SchülerInnen mit entsprechend gutem Notendurchschnitt beteiligen.
Ein nennenswertes Ereignis war der Sportunterricht. Geturnt wird gemischt. Der Unterricht besteht hauptsächlich aus Fussball für die Jungen oder aus Volleyball für die Mädchen, wobei der Grossteil der Mädchen sich jedoch nicht am Sportunterricht beteiligt, sondern das ganze Geschehen von der Tribüne aus beobachtet. Dem Brukenthal-Gymnasium steht nur eine Turnhalle zur Verfügung und da weder die Mädchen sich den Jungen anpassen wollen noch umgekehrt, werden kurzerhand mehrere Sportarten in einer Halle ausgeführt, was zur Folge hat, dass die Fussballspieler sich durch die Volleyballspielerinnen schlängeln müssen und darauf achten müssen, sich nicht im Volleyballnetz zu verheddern.

Es gibt jedoch durchaus Parallelen zu unserer Schule. Der Unterrichtsstoff z. B. unterscheidet sich kaum von dem Unsrigen. Und man fühlt sich auch im Brukenthal-Gymnasium wie in einer Schule!

Olivier

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