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Fleissige Frauen oder faule Männer?

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In Hermannstadt habe ich mich mit dem Thema Haushaltsführung beschäftigt. Da meine Austauschpartnerin in einem Heim wohnt, konnte ich von ihr diesbezüglich nicht viel erfahren. Deshalb habe ich die beiden rumänischem Austauschlehrerinnen befragt, um Informationen über das Putzen und Kochen zu sammeln.

1. Putzen:
Im Allgemeinen nimmt der Haushalt in Rumänien, bzw. in Hermannstadt, mindestens zwei Stunden am Tag in Anspruch. Am Ende der Woche, vor allem am Samstag, wird das Haus, bzw. die Wohnung, gründlich geputzt und gereinigt. Dazu gehören Staubsaugen, den Boden fegen, abstauben usw. Dies kann man ziemlich gut mit der Schweiz vergleichen. Auch werden in Rumänien ähnliche Putz- und Haushaltsgeräte verwendet wie bei uns in der Schweiz.
In rumänischen Familien kommt etwa zwei Mal in der Woche eine Putzfrau, da der Grossteil der Frauen berufstätig ist. Die Männer helfen in der Regel nur wenig im Haushalt mit. So wird am Vormittag etwa eine Stunde für das Putzen von WC, Badezimmer, Küche usw. benötigt. Danach (in diesem Beispiel bezogen auf die Lehrerinnen) zwei bis drei Stunden für das Vorbereiten des Unterrichts. Auch muss zwischendurch den Kindern bei den Schulaufgaben geholfen werden.
Im Bereich der Putzmittel werden heute fast nur noch chemische gebraucht. In den kommunistischen Zeiten dagegen biologische.
Das Renovieren empfinden die Rumänen als sehr teuer. Zum Beispiel kostet eine Fassade mit thermischer Isolation rund 10‚000 Lei. Dies entspricht bei uns 5‚000 SFr. Oder wenn ein Dach gebaut wird, zahlt man ungefähr 25‚000 Lei, wofür man in der Schweiz etwa 25‚000 SFr zahlen müsste, also das Doppelte.

2. Kochen:
Kochen: In den rumänischen Familien wird in der Regel einmal, normalerweise über Mittag, warm gekocht. Meist gibt es zum voraus Salat und Suppe, dann den Hauptgang. Geräte wie Mikrowellen, Backofen und Kühlschrank sind in Rumänien bekannt. Die Lebensmittel sind eher teuer und die Preise ständig am Steigen. Das Speiseöl zum Beispiel, das in Rumänien oft beim Einmachen von Lebensmitteln gebraucht wird, ist in den letzten Jahren von 3,8 Lei auf 4,5 Lei angestiegen.
Das Einmachen von Salzgurken, Peperoni, Auberginen, Tomaten und Marmelade gehört in Rumänien sozusagen zur Tradition. Auch Wein, Schnaps, Likör und Sirup werden nach eigenem Rezept hergestellt.
Einige Regionen von Rumänien sind bekannt für Kräutertee. Fast ausnahmslos findet man ihn in jeder Küche.

Schluss:
Im Gespräch mit den rumänischen Lehrerinnen ist mir aufgefallen, dass der Haushalt in den rumänischen Familien eine ziemlich grosse Rolle spielt. Es schien mir, dass die Frauen grossen Wert darauf legen, dass es zu Hause sauber und gemütlich wirkt. Von den Männern war nie die Rede. Ich nehme an, dass dies eine reine Frauensache ist. Auch die Kinder müssen zu Hause nicht das Geringste mithelfen. Das hat mich erstaunt, da ich es für normal halte, dass die Kinder ab und zu beim Kochen oder Abwaschen helfen oder wenigstens ihr Zimmer aufräumen und abstauben. In dem Heim, in dem meine Austauschpartnerin wohnte, bekam ich, wie zu Beginn schon gesagt, nicht viel über die Haushaltsführung mit. Am Dienstag und Donnerstag mussten wir früh aufstehen, da wir ja in die Schule gingen. Als wir dann am Nachmittag wieder im Heim ankamen, bemerkte ich sofort, dass die Heimleiterin in unserem Zimmer war, denn die Betten waren gemacht und unsere Kleider, die wild durcheinander über einem Stuhl hingen, lagen nun zusammengefaltet - vielleicht sogar gebügelt, wer weiss - im Kasten. Offenbar war dies für die Mädchen im Heim normal, was mir etwas seltsam vorkam. Ich halte es nicht für richtig, wenn man Jugendlichen in diesem Alter „den Dreck macht“. Sie sollten doch lernen, selbständig und ordentlich zu werden.

Sindy

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