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Von o durere de cap bis sa te tunzi - von Kopfweh bis Haare stylen

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Hermannstadt hat sieben Krankenhäuser, dazu zählen ein Kinderspital und andere fachspezifische Spitäler. Sie sind alle in der Nähe des Stadtzentrums in grossen Gebäuden untergebracht. Die Krankenhäuser sind allgemein, es gibt nur wenige Privatabteilungen. Ein Aufenthalt in der allgemeinen Abteilung wird von einem Prozent des Lohnüberschusses des Arbeitnehmers finanziert, die Privaten müssen selber bezahlen. Die Krankenhäuser sind technisch nicht so hoch stehend ausgerüstet, deshalb sollte man es sich leisten und bei einem allfälligen Spitalaufenthalt die Privatabteilung wählen, dort sind die Ausstattung und die Betreuung besser.
In Sibiu hat es wenige Ärzte, da es vor allem an Nachfolgern fehlt. Die Anzahl der Medizinstudenten ist gering, da das Studium erstens sechs Jahre dauert, also ziemlich kostspielig ist, und zweitens Ärzte mit Diplom ungenügend bezahlt werden, es sei denn, sie können einen Auslandvertrag abschliessen oder sich in einer Fachrichtung spezialisieren, was jedoch wieder zur Kostenfrage führt. Diejenigen Doktoren, die in Sibiu bleiben, schliessen sich zumeist in Gemeinschaftspraxen zusammen. In meiner Gastfamilie nimmt die Apotheke zusätzlich eine wichtige Rolle ein: Andradas Mutter arbeitet nämlich in einem Medikamentenlager, wo auch Ärzte ein- und ausgehen, die sie um Rat fragen kann, falls zu Hause jemand krank ist. Fast an jeder Strassenecke ist eine Apotheke zu finden. Die ausländischen Medikamente, die dort verkauft werden, sind sehr teuer, die inländischen sind im Vergleich billiger. Es gibt aber auch die Möglichkeit auf Alternativmedizin umzusteigen. Pflanzliche Mittel und die Homöopathie geniessen hohe Beliebtheit. Ebenso häufig wie herkömmliche Apotheken trifft man in den Strassen „Fitafarmacie“ (pflanzliche Apotheken) an. Regelmässig wird auch zu altbekannten Hausmitteln gegriffen, wie z.B. Wasser mit Salz gegen Halsschmerzen und Kopfweh.
Die Gesundheit steht bei Familie Luca an erster Stelle. Sie achtet deshalb jedoch nicht auf eine speziell ausgewogene Ernährung. Gemüse und Früchte sind in der Küche aber immer vorhanden. Auch die Schule setzt sich mit Gesundheitschecks, Impfungen, Zahnpflegeförderung und je zwei Lektionen Sport in der Woche für das Wohlbefinden ihrer Lernenden ein. Ernährungsveranstaltungen gibt es keine an der Schule, was mir jedoch auch nicht nötig erscheint. Übergewicht kommt bei Jugendlichen praktisch nicht vor: Die meisten frühstücken morgens nicht, sondern nehmen Sandwiches und Äpfel in die Schule mit, die dann in der Pause verspeist werden. Vor zwei Uhr, also bevor die letzte Schulstunde des Tages sich zum Ende neigt, gibt es kein Mittagessen. Obwohl das Taxi und der Bus nicht viel kosten, kommen viele Schüler zu Fuss zur Schule, auch wenn sie ungefähr eine halbe Stunde weit von dieser entfernt wohnen. Für den Gebrauch des Fahrrads ist Hermannstadt ungeeignet, da es zuviel Verkehr auf allen Strassen hat. Auch abends geht man à pied in den Stadtkern zu den Lokalen, eine gute Kompensierung für fehlende andere körperliche Betätigungen wie z.B. in Sportverbänden. Spezielle Massnahmen, um in Form zu bleiben, kennt man hier nicht, allerdings herrscht auch hier die Überzeugung, rauchen hält dünn. Kettenraucher und Raucher in der Freizeit sind zahlreich vertreten. In Restaurants darf man rauchen, oft sind die Gaststätten in ein Raucher- und ein Nichtraucherabteil getrennt.
Obwohl an jedem Tag viel Arbeit wartet und der Alltag mit Stress verbunden sein kann, schlägt dies nicht auf die Psyche. Seelendoktoren sind der Klasse 10B fast nur aus Filmen bekannt. Hat jemand Sorgen, beredet man diese mit Freunden. Man geht mit seinen Problemen offener um als bei uns. Andrada erzählte mir, dass ihre Schule für die Operation eines Jungen der einen Tumor im Fuss hatte, Geld gesammelt hatte. Jede Familie sollte dabei soviel geben, wie sie konnte und wollte.
Jugendliche Zahnspangenträger sind nicht zu finden. Der Zahnarztbesuch dient vor allem der Erhaltung der Mundhygiene mit Bohrern und anderen Geräten, die er dazu verwendet. So wird seine Tätigkeit meistens als unerwünschter Pflichtbesuch für seine Patienten angesehen. Brillen sind nicht verpönt, ob es viele Kontaktlinsenträger gibt, lässt sich auf den ersten Blick nicht sagen. In punkto Schönheit legt frau eher Wert auf schöne Haare und dezente Schminke, gepflegte Nägel, sitzende Kleider und edlen Schmuck. Friseursalons bieten oft gleichzeitig noch Maniküre, Pediküre und Kosmetika an, was jedoch nicht heisst, dass man sich alles beim gleichen Geschäft gönnt.

Jacqueline

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